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Der Werkbericht über die Arbeiten steht hier zum download bereit.

Veröffentlichung in folgenden Fachzeitschriften (pdf-Download):
Stein S 10-2006
Naturstein 10-2006
B+B 2-2007
Das Münster 2-2007
Restauro 5-2007
Naturstein 10-2007
Sonderseite in der Filderzeitung vom 7.4.2007

6. Mai 2007
Mit einem Festgottesdienst wird der Abschluss der Restaurierung gefeiert.

7. März 2007
Im Zuge der Freilegung der Fundamente wird unter dem südlichen Querschiff ein 1,05 m breites und 1,50 m tiefes Gewölbe aus Sandstein entdeckt. Über dem Gewölbe befinden sich in der Giebelseite des Querschiffs zwei Epitaphe aus den Jahren 1576 und 1589. Diese sind beim Bau der Martinskirche 1852-55 hier eingesetzt worden.
Damals wurde der Friedhof um den mittelalterlichen Vorgängerbau aufgelassen. Die Gebeine wurden möglicherweise wieder in entsprechend geweihter Erde bestattet. Eventuell steht das Gewölbe mit einer Art "Ossarium" oder Beinhaus unter dem Altarraum in Verbindung. Die Rückwand des Gewölbes wird jedoch nicht angetastet und auch weiterhin ein Geheimnis hüten.


06.03.2007                                                                  Denkmalgerechte Abdichtung der Kirchenfundamente mit DERNOTON. DERNOTON ist eine nur aus Mineralien bestehende Tonmischung, die dauerhaft sogar gegen drückendes Wasser abdichtet.                     Vorteile gegenüber einer Abdichtung aus Bitumen:                                   - unbegrenzt haltbar, aber reversibel                                                    - Erhöhung der Standsicherheit des Fundamentmauerwerks durch Auffüllung der Hohlräume                                                                    - klüftige Fundamente werden abgedichtet, ohne vorherige Glättung der Oberfläche

02.12.2006 
Unter 10°C können keine restauratorischen Arbeiten mehr durchgeführt werden. Daher wurden diese Arbeiten insgesamt so terminiert, dass sie Ende November abgeschlossen werden konnten.                                          
Im Frühjahr erhalten die Fundamente eine vertikale Abdichtung. Aus diesem Grund wird um die Kirche herum ein 1,20 m tiefer Graben gelegt. Im Zuge der Verfüllung wird zudem der komplette Oberbelag erneuert. Abschließend wird Anfang Mai die Sockelzone mit Kieselsäureester gefestigt.

Quadratur der Kreuzblumen                                                         
Die Maßverhältnisse der kopierten Kreuzblumen beruhen wie bei den Originalen auf dem Prinzip der Quadratur.                                        
links: Kreuzblume über dem Seitenportal                                      
rechts: Kreuzblume über dem Glockenhausfenster

20.-22.11.2006 Verdachungsstein                                                  
Bearbeitung und Versetzen des neuen Verdachungssteins über dem ersten Strebepfeiler auf der Südseite.

15.11.2006 Kreuzblume über dem Seitenportal                               
Die Kreuzblumen über den Kielbogen der beiden Seitenportale wurden in Sandstein kopiert. Während die Kreuzblume über dem südlichen Portal fehlte, war diejenige auf der Nordseite noch vorhanden. Sie war jedoch in einem so schlechten Zusatnd, dass man sich für eine Kopie entschied. Das Original soll im Inneren der Kirche ausgestellt werden.

11.11.2006                                                                             Obergaden vor und nach der Restaurierung

19.10.2006 Festigung mit Kieselsäureester                                     
Es handelt sich um eine Maßnahme zur Stabilisierung des Bestands. Kieselsäureester reagiert mit der in den Poren des Steins eingelagerten Feuchtigkeit. Bei dieser Reaktion wird Kieselgel ausgeschieden. Das mineralische Bindemittel Kieselgel ersetzt so das durch Verwitterung  verloren gegangene ursprüngliche Bindemittel zwischen den Steinkörnern. Nach der Flutung mit Kieselsäureester müssen die behandelten Flächen mit Planen vor Sonne und Regen geschützt werden.

29.09.06  Blick in die Vergangenheit                                             Nach Beseitigung des alten Traufblechs kommen die Spuren der ehemaligen Fialen links und rechts der Wimperge über den Seitenschifffenstern zum Vorschein. Diese Fialen wurden bei einer Sanierung um etwa 1935  abgebrochen. Vermutlich waren Probleme mit abfließendem Regenwasser der Grund für diese Maßnahme. Die Fialen werden nicht rekonstruiert.
Das Bild rechts zeigt das Glockenhausfenster, flankiert von ähnlichen Fialen.

20.09.2006 Blick in die Vergangenheit:
Beim Wiederaufbau nach dem Krieg wurde die Höhe des Mittelschiffes durch Einbau einer Holzdecke reduziert. Die Triforiumsgalerie ist seitdem im Innenraum nicht mehr sichtbar.
Im Zuge der Erneuerung der Sparrenlage über dem südlichen Seitenschiff trat die verborgene Triforiumsgalerie für kurze Zeit nach außen in Erscheinung.
 

09.09.2006                                                                                Erstes Vierpassmaßwerk am nördlichen Obergaden: Das Maßwerk sollte ursprünglich zum Preis von 6.360,- € vollständig augetauscht werden.  Durch Antragungen, Verfüllung von Rissen und Festigung konnte der bestehende Stein gerettet werden.
Das linke Foto wurde vor der Restaurierung aufgenommen, das rechte nach Abschluss der Maßnahmen.

ab 07.08.2006                                                                   
Bearbeitung und Einbau der neuen Werkstücke aus Postaer Sandstein

11.07.2006                                                                                         Schlämmung des Vierpass-Maßwerks am Obergaden

Verwitterte Vertiefungen in der Oberfläche des Steines werden so verschlossen und ausgeglichen, dass die Struktur des Steines darunter hindurch scheint. Offene Steinstrukturen werden so vor starker Durchfeuchtung geschützt. Zudem wird bei der Abdeckung verfüllter Risse die Oberfläche des Steins egalisiert.                                                           

06.07.2006:
Einlatten des Daches über dem Mittelschiff

04.07.2006 Vierung:                                                                      
Ab einer Größe von 0,5 dm³ ist eine Antragung mit Steinersatzmaterial nicht mehr sinnvoll. Es werden dann kleinere Natursteinstücke, sog. Vierungen, eingesetzt. Der Steinmetz muss das geschädigte Steinmaterial sehr präzise geradlinig und rechtwinklig ausstemmen. Das Vierungsstück wird mit ca. 5 mm Überhöhung möglichst mit einer Pressfuge eingesetzt. Die steinmetz-mäßige, bildhauerische Überarbeitung erfolgt nachdem der Versetzmörtel vollständig erhärtet ist.     

Für die Vierungen wird Abbruchmaterial des geschädigten Verdachungssteins über dem zweiten Strebepfeiler auf der Südseite verwendet.

26.06.2006 Antragung:
Hat ein Originalteil nur kleinere Fehlstellen, wird mit einem Restaurierungsmörtel ergänzt. Ziel ist die Wiederherstellung von verwitterten Oberflächen und Profilierungen.
Die Abstimmung auf Struktur und Farbe des Steines erfolgt durch Zugabe von entsprechend gefärbtem und gekörntem Sand oder Steinmehl.
Die Anpassung der um einige Millimeter über das Original hinausragenden Mörtelschicht erfolgt mit einem Spachtel zu dem Zeitpunkt, zu dem der Mörtel nicht mehr klebt sondern rieselt.

21.06.2006 Steinerneuerung:
Ausarbeitung der Taschen für die neuen Leibungssteine unter dem Vierpass-Maßwerk der Fenster im Obergaden.

08.06.2006:
Teilfestigung durch Injektion am Vierpass-Maßwerk im nördlichen Obergaden (linkes Foto) und Steinflankenfestigung (rechtes Foto).
Die Verwendung von Zementmörtel bei einer früheren Sanierung hat zu einer Zermürbung der Steinflanken geführt.

15.05.2006:
Steinreinigung im Niederdruck-Wirbelstrahlverfahren. Als Strahl- gut wird Schlacke der Körnung 0,09 - 0,25 mm verwendet. Anhand von Musterflächen wird die Körnigkeit des Strahlgutes und der Strahldruck überprüft.

28.04.2006:
Bohrwiderstandsmessung an einem Werkstück, das später ausgetauscht wird. Das Gerät misst den Bohrwiderstand in sec/mm Eindringtiefe, um die Festigkeit des Steins beurteilen zu können.
Das Absanden der Oberfläche kam vor der Festigung in einem leichten Anstieg des Bohrwiderstandes von 0,3 auf 0,5 sec/mm in einer Eindringtiefe von 0-2,5 mm zum Ausdruck.
Nach der Musterfestigung mit Kieselsäureester wurde zur Kontrolle am 22.9.2006 eine zweite Bohrwiderstandsmessung durchgeführt.

Weitere Informationen über die Techniken der Restaurierung und links zu vielen europäischen Bauhütten auf der Internet-Seite des Berner Münsters und der Europäischen Dombaumeistervereinigung.