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Steinrstaurierung am Beispiel 1. Seitenschiffenster, Südseite

Beschreibung der Schäden:

1 Leibungsstein:
Die unterschiedlichen am Bauwerk anzutreffenden Steinvarietäten zeigen ein stark differenziertes Verwitterungsverhalten und sind deshalb unterschiedlich gut erhalten. der dargestellte Leibungsstein weist eine besonders starke Rückwitterung, Riss- und Schalenbildung auf.

2 Bogenstein mit Fialaufstand:
Nach Zerstörung im Jahr 1944 wurde der Bogenstein 1949 mit Betonwerkstein repariert. Die Unverträglichkeit mit den Eigenschaften des Sandsteins führte - wie auch an vielen anderen Stellen - zu Abplatzungen.

3 Wimperg über dem ersten Seitenschifffenster:
Ausbrüche an den Kanten und Fugen zwischen den einzelnen Werkstücken.

Maßnahmen am Leibungsstein:
Verfüllung von Rissen, Löchern und Schalen mit einem mineralisch gebundenen Restauriermörtel.
Festigung mit Kieselsäureester

Maßnahmen am Bogenstein:
Erneuerung der Antragung mit einem mineralisch gebundenen Restauriermörtel. Die Abstimmung auf Struktur und Farbe des Steines erfolgte durch Zugabe von entsprechend gefärbtem und gekörntem Sand oder Steinmehl.

Maßnahmen am Wimperg:
Herstellung der Kanten durch Antragung oder Einsatz einer Vierung. Bei einer Vierung handelt es sich um ein kleineres Natursteinstück, das mit 5 mm Überhöhung in präzise geradlinig und rechtwinklig ausgestemmte Taschen
("Vierecke" - daher der Begriff Vierung) eingesetzt und von Hand an die Oberfläche des Steines angepasst wird.
Erneuerung der Fugen.


Steinrestaurierung am Beispiel 1. Seitenschifffenster, Nordseite

1,2 Der Bogenstein mit Fialaufstand und der Wimpergstein (Giebeldreieck) über dem Fenster sind - wahrscheinlich als Folge des Bombenangriffs vom 14. auf 15. März 1944 - stark verschoben. Überstände von mehreren Zemtimetern sind entstanden und nach den Krieg belassen worden.


Maßnahmen:
Zunächst war geplant, den Giebel und die angrenzenden Werkstücke vorsichtig abzubauen und im Zuge des Neuaufbaus wieder zu einem bündigen Verband zusammenzusetzen.
Nach Abbau der Wimperg-Spitze hat sich gezeigt, dass es sich um mauertiefe Quader handelt. Ein Abbau hätte weitgehende Eingriffe in den Innenraum der Kirche zur Folge gehabt. Aus diesem Grund wurde beschlossen, Die Verschiebungen als Zeichen des Krieges weiterhin zu belassen. 
Alle Fugen wurden erneuert. Einzelnen Quader wurden durch Antragungen reprofiliert.